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![]() Dub-Aroma Summer 2004 |
dub side of the moon EASY STAR ALL STARS (Easy Star/EfA) (30.05.2003) (Hot Record/Rough Trade) (24.05.2004) Im Hause Easy Star in New York ist in dreijähriger Arbeitszeit ein Album entstanden, das seinesgleichen sucht. In liebevoller Arbeit wurde das PINK FLOYD-Meisterwerk und Konzeptalbum 'dark side of the moon' neu eingespielt und in die Sprache der Riddims jamaikanischer Reggae-Musik übersetzt. Das Ergebnis ist so großartig wie verblüffend. Die Idee zu diesem Album empfing Labelchef LEM OPPENHEIMER während eines Spaziergangs durch downtown New York 1999 selbst. In den Liner-Notes zum Album beschreibt er ausführlich die Bedeutung und Faszination von 'dark side of the moon', die das Werk in seiner Jugendzeit auf ihn ausübte, wie auch die gedankliche und ausführende Entstehung des Werks, das drei Jahre Produktionszeit umfasste und zu jeder Zeit der Einspielung mit dem oben genannten Label-Statement zur Einführung korrespondierte. Der US-Veröffentlichungstermin von 'dub side of the moon' wurde zum 30-jährigen Jubiläum des Originals im Februar 1973 festgelegt; drei Monate später erschien das Werk erstmals in Deutschland. Inzwischen wurde es auf Hot Record neu aufgelegt - ein willkommener Anlass, es an dieser Stelle als Dub-Aroma des Sommers zu präsentieren. Es braucht viel Phantasie, sich vorzustellen, wie ein solch vielschichtiges Konzeptalbum, ein Klassiker der Moderne, dazu noch eine von seiner philosophischen Gestaltung her linksliberale heilige Kuh der westlichen Welt, handwerklich eine Übersetzung in jamaikanische Musikalität und Lebensart erfahren kann. Entsprechend übertrifft das Album alle Erwartungen. Eingeläutet wird 'dub side of the moon' gleich passend mit rituellem Nyabinghi-Drumming, das in das langsam wachsende Opening 'speak to me' zu 'breathe in the air' integriert ist. Vorgetragen von SLUGGY RANKS auf Reggaebasis in Reinkultur nimmt 'breathe in the air' den Zuhörer gleich mit in eine heitere Reggae-Grundstimmung. Der Text - der vom menschlichen Absturz durch Machtallüren und Selbstgerechtigkeit handelt - wurde leicht gekürzt und dadurch manifestiver. 'On the run' wurde passend einer Drum´n Bass-Kur zugeführt und bleibt eng am Original. Statt unzählig klingelnder Uhren wird 'time' mit einem Hahnenschrei eröffnet, passend zum karibischen, nicht rund um die Uhr verpflichteten Zeitgefühl. Anfangs prächtig von vokalistischen Dancehall-Manierismen aufgelockert, findet der Track letztlich doch durch den moralisch-strengen Zwischenpart gen Ende zum Original zurück. KIRSTY ROCK gestaltet stimmlich ausgezeichnet 'the great gig in the sky', eine besonders brillante Leistung, wie dieser Tune fast selbstverständlich in den Reggae übertragen wurde. Heiterkeit kommt auf, wenn 'money' nicht durch klingende Kassen und Münzen eingeläutet wird, sondern durch Blubbergeräusche großräumig wirkender Inhaliergeräte, wie sie beispielsweise zur Einatmung des Drogenwirkstoffs THC benutzt werden. Ein Kick zum veränderten Wert- und Zeitbewusstsein unter sanften Drogen, ein weiterer zur stetigen Nichtvorhandenheit von Geld in Riddim-Communities und der dritten Welt. Bei diesem karibisch unbekanntem 'take five'-Rhythmus halten sich die Riddims freilich im Hintergrund, für die Wirkungskraft wird ein kraftvoll sich streckender Dancehall-Part eingefügt. Prima! Die letzten Zweifel am Gelingen des Werks verschwinden mit dem Vortrag von 'us and them' durch FRANKIE PAUL. Auf genussvollen Riddims tunt Paul den Song - im Original in Gestus und Stil eines verwirrten Kriegsveterans vorgetragenen - zu einem vortrefflichen Antikriegs-Reggaetune um. 'Any colour you like' wird zur fulminanten Dubplate, 'brain damage' und 'eclipse' - die Ausklangtracks als Synthese der Verwirrung und Entfremdung des Menschen von sich selbst durch Krieg und brutalen Kapitalismus, mit ihrem psychedelischen Timbre sind schließlich Fingerübungen kunstreicher Übersetzung: Auf diese Weise würde kein Reggae-Musiker Songs schreiben. Vier Bonustracks sind Zeugnis, wie sich das Werk anhörte, wenn man es konsequent zu einem Dub-Album gestaltet hätte. 'Great dub in the sky' ist ein köstlicher Geniestreich, 'time version' nicht minder. Die beiden letzten sind Versionen von 'any colour you like' mit stimmlicher Unterstützung von RANKING JOE. 'Dub side of the moon' ist eine fulminante musikalische Demonstration der Vielseitigkeit von Reggae-Musikern. Auch in den schwieriger in den Reggaekosmos zu transformierenden Passagen ist dem Album keine Angestrengtheit oder Bemühtheit anzumerken, sondern brilliert mit souveränen Ideen und Lösungen. Absolute Empfehlung! Das Original "the dark side of the moon" Für PINK FLOYD war das 1973 erschienene Album 'the dark side of the moon' ein musikalischer Bruch mit ihrer psychedelisch-experimentellen Seite, die zwei Jahre zuvor noch im Endlos-Trip 'echoes' gipfelte. Ein experimentelles Album wurde es dennoch: ein zauberhaftes Werk voller damals verblüffender Sounds, Ideen, Songstrukturen und Kritik an modernen Lebenshaltungen und Lifestyles (Selbstentfremdung des Menschen, die kriegerische Ambition des Kapitalismus, die im Extremfall zu Problemverdrängung und Schizophrenie führt). Zwei Singles, 'money' und 'time', trugen Melancholie und Nachdenklichkeit in die damals von beschwingter Fröhlichkeit wie kraftvollen Rocknummern bestimmten internationalen Charts. Trotz seiner anspruchsvollen Themen, seiner musikalischen Gestaltung und seiner Düsterkeit wurde das Album zum größten Longseller aller Zeiten - durch seine Wiederveröffentlichung auf CD überschritt es 1988 die 700-ste Woche seiner Führung in den US-Billboard-Charts - angesichts heutiger Verkaufs-Halbwertzeiten ein geradezu unvorstellbares Phänomen. Dazu trug mit Sicherheit die facettenreiche Stilvielfalt wie auch ein hauchzart das Album durchwirkender Souleinfluss - den es so bei PINK FLOYD davor wie danach nicht mehr gab - bei. |
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dub side of the moon - live EASY STAR ALL STARS (US-Import/Megaphon Importservice) (27.06.2006) Doppel-CD! Demnächst erscheint auch eine DVD !!! |
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Dub-Aroma of the season Autumn 2007 |
radiodread EASY STAR ALL STARS (Pinnacle/Rough Trade) (01.09.2006) The New York-based Easy Star-label and its "ALL STARS" succeeded very with their fantastic release 'dub side of the moon'. The album sold 90.000 copies worldwide til now but growing - for dub reggae relations it´s a megaseller. Now this album is followed by a worth successor: A reggae tribute to RADIOHEADs 'ok computer'! That choice couldn´t be better barely: Nearly no other album in the last decade features similar tenses in between psychedelic strangeness and mass compatibility, with a spirit of rock in the background and lyrics speaking on main questions of our society. The songs of the original are in a spiritual tense of desperation and hope, the inner vibes of the album make it conceptial. 'Radiodread' is definite not a remix album: In the same way as on the forerunner all parts of the tracks were recorded new and no samples were used at all. The tracklisting is same as on the original. The 'All Stars' were supported again by nameful singers of the riddim scene. On every track performs another nameful singer/combo as HORACE ANDY, SUGAR MINOTT, TOOTS & THE MAYTALS, FRANKIE PAUL to name but a few. So the opener 'airbag' starts in a happy off beat style with a strong guitar and relaxed horns, brillant attended by the vocal style (his special he-he-he-he) of HORACE ANDY. The high pitch of the voice on 'paranoid android' sought a woman and found it in KIRSTY ROCK. Wonderful ska parts work intensive against the desperate appeal of the track. The melancholic and bluesy parts of 'subterranean homesick alien' are supported by a wonderful melodica. Brass licks lead into 'exit music', sung by SUGAR MINOTT brillant on the edge of Ska and Reggae in tempo and style. You don´t believe how demonstrative TOOTS & THE MAYTALS transformed 'let down' totally into their own style. Great, and really a highlight as 'karmapolice' too in it´s transformation into riddims. After listening to these six songs every alert listener knows how intensive the crew worked on every song and about the brillant choose of the adapted singer on 'their' tracks. Dub is not in front on every track, but working fine through all tracks of the album. A special highlight for dub fans is the last track 'an airbag saved my dub' - an awesome version on 'airbag' and one of the two special dub versions on tracks. A genius sunshine on RADIOHEAD ;-) The brillant thought in making of 'radiodread' was to listen quietly to a maybe philosophically masterpiece in popmusic, a 'babylon highlight', and to transform it on it´s best possible spirits with all the vibes dub and reggae longing into the world of riddims. In this way a fantastic, crucial, brillant work! Bernhard Groha promotion comments: "OK Computer has elements that are perfect [for reggae] -- strong melodies, intense dynamics and trippy soundscapes. On the other hand, it has complex time signatures, lots of chord changes and things that typically aren't found in reggae. However, the more we looked at it, the more we realized that this was an album we had to do. Radiohead has given their blessing to the tracks they've heard so far, and we are excited for them to hear the complete album." Michael Goldwasser, album producer |
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dubtrain UMBERTO ECHO (19/Enja/Soulfood) (13.04.2007) Die Münchner Musik-Szene zeichnet sich seit jeher durch eine besondere gegenseitige Hilfsbereitschaft aus: Rund um Schwabing wird gecrossovert nach Herzenslust. Recht häufig entstehen Produktionen von hohem spielerischen Niveau, die stilistisch Fragen offen lassen - Hauptsache, es hat Spaß gemacht. Reggae ist in dieser Stadt weniger Geisteshaltung als eine Spielart karibischer Musik: Salsa läuft auf Reggae-Partys und umgekehrt - in Hamburg undenkbar. Der 26-jährige UMBERTO ECHO hat in dieser Szene bereits 50 Alben (!!!) (co)produziert und dabei auch gerne einige gelungene Dubs eingewirkt. Mit 'dubtrain' legt er nun sein Debutalbum vor. Auch als Musiker vielseitig hat er Bass, Gitarre, Keyboards, Percussion und gar Gesang auf 'dubtrain' eingespielt. Unterstützt wurde diese Arbeit freilich intensiv von Labelkollegen und Musikern der Stadt, manche Kompositionen weisen auf frühere Zusammenarbeiten, wie mit JAMARAM und HEADCORNERSTONE, zurück. Für vier der zwölf Tracks des eigentlich instrumentalen Albums konnten die Sänger LUCIANO, PAUL ST. HILAIRE, WALLY WARNING und EARL 16 gewonnen werden. Auf 'dubtrain' demonstriert UMBERTO ECHO vorzüglich handwerkliche Meisterschaft; ein eigensinniges Interesse oder Ziel blieb dabei ob der Vielzahl musikalischer Eindrücke seiner Vergangenheit eher hinten angestellt. Bereits im Opener 'sultana' erwarten den Hörer gefällige Orient-Klischees wie aus dem Ostflügel eines Wellness-Centers. Das folgende 'jah words dub' mit LUCIANO leitet den "Zug" freilich um in eine eher rootsige Richtung, bis wiederum 'high & windy' mit drei Blechbläsern am Start in die Jazz-Abteilung entschwirrt. So ist 'dubtrain' ein typisch kontrapunktreiches Produzentenalbum, auf dem jeder Tune von einem anderen Team komponiert wurde und auch die Besetzungen wie die Aufnahmestudios stetig wechseln, das Vielfalt und Einfallsreichtum demonstrieren soll. Dafür ist das Album durchgehend erstaunlich dubby, dessen lichtvolle Dubs zahlreicher in den melodischen als in den rhythmischen Kontexten verankert sind. Das Album, das freilich ausgiebig auf ECHOs zahlreiche Stückesammlung als Produzent zurück greift, richtet sich vor allem an die Chillout-Fraktion und ist daher nur mäßig tanzbar. Alles in allem ist UMBERTO ECHO mit 'dubtrain' ein schillerndes Werk gelungen. BG |
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yü gung
(12") EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN (Mute/Intercord) (1985) Die wichtigste Neubauten-Single aller Zeiten an der
Nahtstelle zwischen brachialem, manifestativem Lärmdilettantismus und der Entdeckung des
klassischen Songs über LEE HAZLEWOODs Oevre, hier 'sand'. Hazlewood wurde noch
manches Mal von der Neubauten-Clique in wechselnden Besetzungen gecovert. "Seele
brennt" war eine Antwort für jene, die sich über den Sinn des Lärms der Neubauten
still fragten. |
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remedy EMO (Audiopharm/SPV) (29.09.2006) Bunter Soul-Dancehall-Reggae-Jazz-Dub-Stilmix eines Vokalisten mit eindrucksvoller Stimme aus Dänemark. |
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homesick blues ep SAMIA FARAH (On-U Sound/Indigo) (19.07.2004) Tracks von SAMIA FARAH waren bereits auf Compilations wie "High Fidelity Lounge Vol. 2" oder "Bar Lounge Classics Vol. 3" zu hören. Das Wort "Lounge" gibt dabei auch die Richtung für die zwei Tunes (+ Dubs) auf der nun vorliegenden EP bei On-U Sound vor. Die in Tunesien geborene und in Paris aufgewachsene Sängerin besticht durch eine nette, recht helle Stimme. Dabei kann sie auf 'homesick blues' dem Titeltrack ein wenig melancholisch klingen. Gepaart mit einem Lounge-Dub-Fundament (mit einem ganz kleinen Schuss Soul-Flair) könnte das die Abspannmusik zu einem Krimi sein, bei dem zwar der Täter gefasst wurde, er jedoch Sympathieträger war und auf verqueren Wegen in diese doofe Situation geraten ist. Vielleicht es ist es auch einfach die entspannte Musik für einen netten Nachmittag zu Hause oder in einem Straßencafé einer Großstadt - denn urban ist die Musik (habe auch von Lounges auf dem Lande ehrlich gesagt noch nie was gehört!). Beim Hören huscht mir ERYKAH BADU mit ihren ruhigen Songs (etwa 'on & on') durch den Kopf. Nett ist ebenfalls der Dub. Viel schöner aber ist mit 'violent' der zweite Song auf der EP. Viel mehr Dub, viel mehr Reggae. Während der Gesang bei 'homesick blues' auf Englisch war ist er hier auf Französisch. Musikalisch überzeugt mich der Titel mehr, da es in der Kategorie des ersten viele viele Konkurrenten gibt. Gekoppelt mit Dubreggae der sonnigen Ecke aber weniger. 'Violent' wird entgegen dem Inhalt des Titels durch einen schlendernden, urbanen Dub begleitet - mit perlender Gitarre! Schick ist hier ebenfalls der nett verfremdete Dub von ADRIAN SHERWOOD. Dabei belässt er einzelne Spuren gerne auch mal länger in der Hallschleife. Das ist aufgrund der netten Smoothness des Tunes zwar nicht experimentell mit Ecken, aber trotzdem sehr angenehm! Im Herbst soll es ein ganzes Album geben. Karsten Frehe
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based on a true story FAT FREDDYS DROP (Sonar Kollektiv/Rough Trade) (27.06.2005) |
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bilateral ep FAX (Level Records/Kompakt) (xx.05.2005) Mit Level Records startete 2004 in Düsseldorf ein neues Label für minimalistische Elektro-Music zwischen Chill-Out-Sounds und verhaltenen House-Beats. Bisher hat man dort zwei eps mit Einspielungen aus dem Düsseldorfer Label-Umfeld veröffentlicht. FAX ist nun ein sehr ähnlich gestricktes Projekt aus Mexico, das dort auch mit Dubs aufwartet. FAX ist in der Szene der 'rolling clicks and glitches .. of granulated ambience' (Labelinfo) kein Unbekannter mehr und hat bereits auf verschiedenen Labels veröffentlicht und Samplerbeiträge geliefert. Der Opener 'coda' kommt etwas gleichförmig auf zwei Akkorden daher, man wünscht sich ein Flügelhorn oder eine Posaune vielleicht, das in dieser pluckenden Atmosphäre durchaus interessante Akzente setzen könnte. 'Llama' beatet schon etwas mehr und hat Soundtrack-Qualitäten. Erst die B-Seite wartet mit Dubs auf. Housig beginnt 'bajotierra', nach einem Zwischenpart steuern geschickte Rhythmik und tiefe Bässe eleganten Dubs entgegen. Ebenfalls housy ist 'piel' mit viel Hall auf den Keyboards, auch hier setzen Dubs erst im Verlauf des Stückes ein. Kurzweilige, sympathische Unterhaltung für die fortgeschrittene Nacht, etwas mehr Dub hätte es durchaus sein dürfen. |
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grounded FENIN (Shitkatapult/Alive) (23.05.2005) |
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los angeles FLYING LOTUS (Warp Records/Rough Trade) (06.06.2008) STEVE ELLISON war DJ und HipHop-Produzent, bevor er unter seinem Pseudonym FLYING LOTUS als Artist in Erscheinung trat. Der in indirekter Linie mit der COLTRANE-Jazzmusiker-Dynastie verwandte Elektronik-Neutöner legt mit "los angeles" seinen zweiten Longplayer nun auf dem renommierten Label Warp Records vor. Das Prächtigste an diesem Album ist die Künstler-Label-Affinität. Vieles tendenziert auf diesem Album hin zu APHEX TWIN, dem alten Ausnahmekünstler des Labels, der Anfang der 1990er Jahre mit sehr verrückten wie einflussreichen Einspielungen die Elektronica-Avantgarde mitdiktierte. Umgekehrt ist ELLISON ob seiner amerikanischeren Auffassung der Szene (HipHop-Influences) eine vorzügliche Bereicherung des Labels. Es ist ein den Hörer sehr anstrengendes Album geworden, ein geradezu beliebig tonalen Spontaneitäten hinterherhüpfendes, mit low-fi (HipHop)-Beats verwurmtes Album. Untanzbar, "ungenießbar", weder aggressiv, noch weise, einfach nur siebzehn wie klebrig feucht angedeihende Szenen aus der elektronischen Irre. Wie beiläufig tauchen rappelig klingende Dub(step)-Impressionen an den Rändern auf, die sich wie auch der klanglich unspektakulär gebärdende Rest stets in einer lähmend wirkenden Nebligkeit verhüllt. Diese schwer aufzufassende Nebligkeit ist das durchaus Interessanteste dieses zarten, faserigen, sich nicht messen lassen wollenden, nicht auftrumpfenden Werks, als eigenwillig berauschtes, eiterndes Kunstphänomen. Die Betitelung nach einer weltbekannten Stadt, die statt "los angeles" ebenso "lagos" oder "mumbai" betitelt sein könnte, so aber ein paar Käufer mehr zu illusionieren verstehen wird, ist kein Schlüssel. BG |
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can´t cool BURNT FRIEDMAN (Nonplace/EfA) (25.04.2003) |
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| various artists | |||
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ECHO BEACH DISCOCOLLECTION vol. 1 various artists (SelectCuts/Indigo) (23.01.2006) |
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ESSENTIAL DUB various artists (Roir/Cargo) (02.07.2007) Das New Yorker ROIR-Label existiert bereits über ein Vierteljahrhundert. Das Label, das mit No Wave und Tonbandcassetten begann, hat stets auch den Dub begleitet. 'Essential Dub' enthält einen Querschnitt aus Veröffentlichungen des Labels mit unterschiedlichen Dub-Styles aus dem ganzen genannten Zeitraum. Eine waghalsige Mischung: Posthum produziertes Material aus den 1970ern (NINEY THE OBSERVER, RAS MICHAEL & SONS OF NEGUS) neben Punkigem der frühen 1980er (BAD BRAINS, TERRORISTS), britischer Dub der Gegenwart (ALPHA & OMEGA, BUSH CHEMISTS) neben Dub aus der Heimatstadt (BILL LASWELL, DUB TRIO, DR. ISRAEL) geben sich hier ihr Stelldichein. Dafür liegt der Sampler im Midprice-Segment und bietet dem geneigten Fan die eine oder andere Überraschung feil. So spielten die TERRORISTS bereits in den 1970ern an der US-Ostküste eine verwegene Mischung aus Punk, Reggae & Dub, hier dokumentiert mit 'anitoo', um nur ein Beispiel zu nennen. BG |
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FLASHING ECHO:
TROJAN IN DUB 1970-1980 various artists (Trojan Records/Rough Trade) (23.09.2002) Mit dem redlichen Charme einer Geschichtswerkstatt wie der überzeugenden Fachlichkeit eines Universitätsseminars hat uns nun Trojan Records mit der Doppel-CD 'Flashing Echo' einen Workshop allererster Güte ans Herz gelegt, der rundum zu empfehlen ist. Da ist zum einen die chronologische Anordnung der Tracks, durch die selbst für ungeübte Ohren der Entwicklungprozess der Dub-Techniken und ihrer fortschreitenden Einarbeitung in die Welt des Reggae erlebbar gemacht wird. Da ist die Mischung aus vielen großen Namen und in Vergessenenheit geratener Acts des ganz frühen Dub, vor allem aber den Reiz von wenig gekannten Zusammenarbeiten und Frühwerken erst später bekannt gewordener Persönlichkeiten. Ebenso die Mischung aus bekannten Klassikern und Schätzchen, die auch für Fortgeschrittene von hohem Reiz sind. Alles knisterfrei und von klarer Transparenz. Und da ist auch die liebevolle Aufmachung mit den patchworkartigen Statements statt Linernotes, die sich zu einem Ganzen fügen. Auf der ersten CD finden wir die Entwicklung des Dub vom Gimmick zum Gestaltungsprinzip, auf CD 2 die vom Gestaltungsprinzip zur kunstvollen Ausarbeitung. Namedropping würde ob der 41 Tracks bei fast 150-minütiger Spielzeit zu weit führen: alle jamaikanischen Künstler von Rang und Namen sind vertreten. Eine ungemein fröhliche Geschichtsstunde, dem ich in Intention, Auswahl und Repertoirewert die Empfehlung ausspreche. Mit dem redlichen Charme einer Geschichtswerkstatt wie der überzeugenden Fachlichkeit eines Universitätsseminars hat uns nun Trojan Records mit der Doppel-CD 'Flashing Echo' einen Workshop allererster Güte ans Herz gelegt, der rundum zu empfehlen ist. Da ist zum einen die chronologische Anordnung der Tracks, durch die selbst für ungeübte Ohren der Entwicklungprozess der Dub-Techniken und ihrer fortschreitenden Einarbeitung in die Welt des Reggae erlebbar gemacht wird. Da ist die Mischung aus vielen großen Namen und in Vergessenenheit geratener Acts des ganz frühen Dub, vor allem aber den Reiz von wenig gekannten Zusammenarbeiten und Frühwerken erst später bekannt gewordener Persönlichkeiten. Ebenso die Mischung aus bekannten Klassikern und Schätzchen, die auch für Fortgeschrittene von hohem Reiz sind. Alles knisterfrei und von klarer Transparenz. Und da ist auch die liebevolle Aufmachung mit den patchworkartigen Statements statt Linernotes, die sich zu einem Ganzen fügen. Auf der ersten CD finden wir die Entwicklung des Dub vom Gimmick zum Gestaltungsprinzip, auf CD 2 die vom Gestaltungsprinzip zur kunstvollen Ausarbeitung. Namedropping würde ob der 41 Tracks bei fast 150-minütiger Spielzeit zu weit führen: alle jamaikanischen Künstler von Rang und Namen sind vertreten. Eine ungemein fröhliche Geschichtsstunde, dem ich in Intention, Auswahl und Repertoirewert die Empfehlung ausspreche. |
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FRENCH
DUB CONNECTION vol. 2 various artists (Echo Beach/Indigo) (13.03.2000) |
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FRENCH DUB SYSTEM vol.
I various artists (Wagram/SPV) (26.07.2004) |
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FRENCH DUB SYSTEM 2008 various artists (Wagram/SPV) (28.03.2008) |
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